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Running World...

Wer ritzt weiß, was es heißt, mit einer tickenden Zeitbombe zu leben. Oder selbst eine tickende Bombe zu sein…
Tick tick tick… am Anfang ganz leise.
Tick tick tick… dann etwas lauter.
Tick tick tick… bis man irgendwann glaubt, dass einem der Kopf explodiert.
Du musst…  ob du willst oder nicht, schreit es in einem.
Natürlich keine echte Stimme. Man ist ja schließlich nicht schizophren. Natürlich nicht. Man ritzt nur. Man verletzt sich selbst. Wirklich nur sich selbst? Ja, nur sich selbst. Zumindest redet man sich das ein. Alles andere wäre aber auch zu schmerzhaft. Dann müsste man ja zugeben, dass nicht alles so perfekt durchdacht ist, wie man es immer glaubt. Oder glauben will. Die Wahrheit einzusehen. Zu erkennen, das ritzen mehr ist als SELBSTverletzung. Das ritzen auch heißt, andere zu verletzen. Jeden einzelnen verdammten Tag. Das ritzen auch heißt, sich zum Gefangenen seines eigenen Selbst zu machen. Jeden einzelnen verdammten Tag. Das ritzen auch heißt, sich vor der Welt verstecken zu müssen. Jeden einzelnen verdammten Tag.
Leben ist eine Prestigesache. Lebt doch nur der wirklich, der lebt wie die Anderen. Das Leben der Anderen. Das perfekte Leben haben immer nur die Anderen, nie man selbst. Deswegen gibt es auch viele Gründe zu ritzen. Weil das Leben so ungerecht ist. Weil immer die Anderen bevorzugt werden, im Mittelpunkt stehen dürfen – nie man selbst. Aber eigentlich will man das ja auch gar nicht, denn dann würden ja alle sehen, was man sich antut, was man dem eigenen Körper zumutet. Jeden Tag aufs Neue. Ein Teufelskreis…
Vielleicht deswegen die Fixierung auf Freunde und Familie. Wenn deren Probleme -oder Problemchen - zu den eigenen werden. Wenn man sich nur noch Sorgen um alle macht, sie vor allem Leid bewahren will – aber es eigentlich gar nicht kann. Denn jeder muss selbst wissen, was für ihn das Beste ist. Auch wenn man es selbst als falsch ansieht. Aber die Beschäftigung mit den Anderen, mit fremden Problemen lenkt gut von den eigenen ab. Und man kann sich die Illusion einreden, dass man Andere ja wirklich nicht verletzt, ganz im Gegenteil, man versucht sogar noch ihnen zu helfen. Aber ein bisschen uneigennützig geschieht es ja auch, man will ja nicht alles verteufeln. Man macht sich ja wirklich Sorgen, denn Freunde sind eben Freunde und man will ja nur das Beste für sie – ganz ohne Hintergedanken. Und man weiß selbst schließlich am Besten wie furchtbar daneben alles laufen kann. Man kennt den Sumpf ja schließlich in- und auswendig, hat fast das Gefühl darin Zuhause zu sein. Und man weiß, wie schwer das Entkommen ist. Vielleicht versucht man darum doppelt so stark, Freunde zu beschützen, zu behüten. Fehlschläge werden zu eigenen Rückschlägen.

 

Laufen hilft – denkt man. Laufen auf der Straße, durch die Straßen, weglaufen vor dem eigenen Ich, vor den eigenen Sorgen, die man aber nicht abzuschütteln vermag. So schnell kann man gar nicht laufen, als das die eigenen Gedanken auf der Strecke blieben. Selbst Schallgeschwindigkeit würde da nichts bringen. Wie ein Schatten schwirren sie einem hinter her, über einem, vor einem, daneben. Fast glaubt man, sie sehen zu können. Vor wem läuft man hier eigentlich weg?, fragt man sich in einem kurzen Augenblick. Aber so schnell die Frage auch gestellt ist, so schnell ist sie auch schon wieder weg. IHR kann man scheinbar doch davon laufen. An den Kreuzungen bleibt man stehen. Nach links oder nach rechts? Eigentlich will man wissen wohin man laufen soll und doch bezieht sich die Frage mehr auf die eigenen Entscheidungen als auf den Joggingweg. Die Kälte brennt im Rachen bis hinab in die Lunge. Brennt wie eine Rasierklinge, die durch die Haut schneidet. Verletzungen, Schmerzen, wohin man schaut. Nicht mal davor kann man weglaufen.
Marathonläufer müsste man sein. Aber wahrscheinlich würde nicht mal das etwas bringen. Man kann nun mal nicht vor sich selbst davon laufen. Man kann sein Leben, seine Biographie, seine Erfahrungen, seine Sorgen und Nöte, noch die erdrückenden Probleme hinter sich lassen. Thats life!!!
7.10.08 13:08


...

Wenn das Ritzen zum Normalsten überhaupt wird, zum Leben dazu gehört – was ist dann das Verrückteste, was ein Mensch tun kann? Wenn das Verrückte zur Normalität wird – wird dann das Normale irgendwann verrückt?

 

Ritzen heißt, jeden Tag eine Grenzerfahrung zu machen, jeden Tag bis an die eigenen Grenzen zu gehen und noch darüber hinaus. Wie tief kann ich schneiden, bis es gefährlich wird, bis ich zum nähen muss? Wie oft kann ich schneiden und wo, bis es zu offensichtlich für die Anderen, die Außenstehenden, die Unwissenden wird? Ein Grenzgang nach dem anderen…

 

Selbstzerstörung der „edelsten“ Art. Eine Stufe über „mein Hintern ist zu dick, die Oberschenkel zu schwabbelig, der Bauch zu schlaff…“. Operationen dienen dem Zweck, den Körper schöner zu machen. Ritzen einzig dem Zweck zu zerstören. Den eigenen unfähigen, unnützen Körper, das leidige Selbst. Zerstörung und Selbstbestrafung, der Körper soll nicht schöner werden, er soll leiden für das, was er ist, das er überhaupt ist. Er soll dafür leiden, dass er es wagt zu sein, dass er es wagt zu überleben, entgegen aller Hoffnungen.

 

„Narben haben die macht uns daran zu erinnern, dass die Vergangenheit Realität war“ – und das sie noch immer Gegenwart ist! Und es immer bleiben wird. Solange Narben sichtbar sind, werden die Taten niemals Vergangenheit werden, werden immer Gegenwart, immer Realität bleiben. Bittere Realität? Eigentlich nicht… Diese Körper haben es nicht verdient, zu überleben. Geliebt zu werden. Zu lieben.

 

8.10.08 22:37


Ich muss mir wieder wehtun...

Schönes Lied!

Oh man, was bringt es, wenn man Freunde hat, aber sich nicht traut, mit denen zu sprechen? Und wenn man sich dann doch mal traut, dann bekommt man sie nicht an die Leitung... Das ist doch echt zum kotzen... Stundenlange Überwindung und dann... NICHTS!!! Als hätte sich alles gegen einen verschworen.

Was soll man da denn anderes machen, als zu ritzen. Ich brauche einen Boxsack. Zum Glück ist bald Weihnachten. Bringt das überhaupt was, auf einen Boxsack zu schlagen? Ich werde es ausprobieren und dann darüber berichten...

Warum hören sie Menschen nie auf mich? Ich sag ihnen immer, was gut für sie ist und was nicht, aber nie hören sie auf mich. Und dann ist das Elend da, dann muss ich wieder die Scherben auflesen, wenn sie wieder am Boden liegen. Ich habe da keine Lust mehr drauf. Ich dränge niemandem meine Meinung auf. Wenn  sie mich fragen, sage ich es ihnen. Nie glauben sie mir. Und immer habe ich dann doch wieder recht. Und sie sind am Boden zerstört. Aber die Zeit kann man nunmal nicht zurückdrehen. Die Zeit ist nicht umkehrbar. Warum kapieren die das einfach nicht??? Warum müssen sie immer mit dem Kopf durch die Wand, nur um dann wieder angekrochen zu kommen. Und ich muss dann wieder aufräumen, ich muss die Scherben wieder zusammensammeln. Aber auf mich will ja keiner hören... Ihr macht euch unnötig das Leben schwer, ihr geht Beziehungen ein, die niemals funktionieren könenn, ihr trefft Entscheidungen, die von vorne rein zum Scheitern verurteilt sind, ihr quält euch selbst und macht MICH fertig, weil ich mich ritze...

Und wieder ist mir klar geworden: Man kann sich auch selbst verletzen, ohne sich die Arme aufzuschneiden!!! Man kann auch Entscheidungen treffen, die einfach nur weh tun. Jeden einzelnen verdammten Tag. Warum tut ihr euch das an? Ihr nennt mich eine Masochisitin... ihr seid es nicht minder!!! Und tut euch genauso weh wie ich mir. Nur ist es bei mir offensichtlich. Ich werde dadurch als verrückt abgestempelt. Ihr werdet "menschlich" genannt - oder verliebt oder mutig. Ihr folgt angeblich der Stimme eures Herzens... ich nur der Sucht. Aber eigentlich seid ihr genauso verrückt und masochistisch veranlagt wie ich...

 

14.10.08 22:49





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