* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



* Letztes Feedback
   17.11.16 22:11
    GWUAc9 yxuxdecgrrys, [u






Running World...

Wer ritzt weiß, was es heißt, mit einer tickenden Zeitbombe zu leben. Oder selbst eine tickende Bombe zu sein…
Tick tick tick… am Anfang ganz leise.
Tick tick tick… dann etwas lauter.
Tick tick tick… bis man irgendwann glaubt, dass einem der Kopf explodiert.
Du musst…  ob du willst oder nicht, schreit es in einem.
Natürlich keine echte Stimme. Man ist ja schließlich nicht schizophren. Natürlich nicht. Man ritzt nur. Man verletzt sich selbst. Wirklich nur sich selbst? Ja, nur sich selbst. Zumindest redet man sich das ein. Alles andere wäre aber auch zu schmerzhaft. Dann müsste man ja zugeben, dass nicht alles so perfekt durchdacht ist, wie man es immer glaubt. Oder glauben will. Die Wahrheit einzusehen. Zu erkennen, das ritzen mehr ist als SELBSTverletzung. Das ritzen auch heißt, andere zu verletzen. Jeden einzelnen verdammten Tag. Das ritzen auch heißt, sich zum Gefangenen seines eigenen Selbst zu machen. Jeden einzelnen verdammten Tag. Das ritzen auch heißt, sich vor der Welt verstecken zu müssen. Jeden einzelnen verdammten Tag.
Leben ist eine Prestigesache. Lebt doch nur der wirklich, der lebt wie die Anderen. Das Leben der Anderen. Das perfekte Leben haben immer nur die Anderen, nie man selbst. Deswegen gibt es auch viele Gründe zu ritzen. Weil das Leben so ungerecht ist. Weil immer die Anderen bevorzugt werden, im Mittelpunkt stehen dürfen – nie man selbst. Aber eigentlich will man das ja auch gar nicht, denn dann würden ja alle sehen, was man sich antut, was man dem eigenen Körper zumutet. Jeden Tag aufs Neue. Ein Teufelskreis…
Vielleicht deswegen die Fixierung auf Freunde und Familie. Wenn deren Probleme -oder Problemchen - zu den eigenen werden. Wenn man sich nur noch Sorgen um alle macht, sie vor allem Leid bewahren will – aber es eigentlich gar nicht kann. Denn jeder muss selbst wissen, was für ihn das Beste ist. Auch wenn man es selbst als falsch ansieht. Aber die Beschäftigung mit den Anderen, mit fremden Problemen lenkt gut von den eigenen ab. Und man kann sich die Illusion einreden, dass man Andere ja wirklich nicht verletzt, ganz im Gegenteil, man versucht sogar noch ihnen zu helfen. Aber ein bisschen uneigennützig geschieht es ja auch, man will ja nicht alles verteufeln. Man macht sich ja wirklich Sorgen, denn Freunde sind eben Freunde und man will ja nur das Beste für sie – ganz ohne Hintergedanken. Und man weiß selbst schließlich am Besten wie furchtbar daneben alles laufen kann. Man kennt den Sumpf ja schließlich in- und auswendig, hat fast das Gefühl darin Zuhause zu sein. Und man weiß, wie schwer das Entkommen ist. Vielleicht versucht man darum doppelt so stark, Freunde zu beschützen, zu behüten. Fehlschläge werden zu eigenen Rückschlägen.

 

Laufen hilft – denkt man. Laufen auf der Straße, durch die Straßen, weglaufen vor dem eigenen Ich, vor den eigenen Sorgen, die man aber nicht abzuschütteln vermag. So schnell kann man gar nicht laufen, als das die eigenen Gedanken auf der Strecke blieben. Selbst Schallgeschwindigkeit würde da nichts bringen. Wie ein Schatten schwirren sie einem hinter her, über einem, vor einem, daneben. Fast glaubt man, sie sehen zu können. Vor wem läuft man hier eigentlich weg?, fragt man sich in einem kurzen Augenblick. Aber so schnell die Frage auch gestellt ist, so schnell ist sie auch schon wieder weg. IHR kann man scheinbar doch davon laufen. An den Kreuzungen bleibt man stehen. Nach links oder nach rechts? Eigentlich will man wissen wohin man laufen soll und doch bezieht sich die Frage mehr auf die eigenen Entscheidungen als auf den Joggingweg. Die Kälte brennt im Rachen bis hinab in die Lunge. Brennt wie eine Rasierklinge, die durch die Haut schneidet. Verletzungen, Schmerzen, wohin man schaut. Nicht mal davor kann man weglaufen.
Marathonläufer müsste man sein. Aber wahrscheinlich würde nicht mal das etwas bringen. Man kann nun mal nicht vor sich selbst davon laufen. Man kann sein Leben, seine Biographie, seine Erfahrungen, seine Sorgen und Nöte, noch die erdrückenden Probleme hinter sich lassen. Thats life!!!
7.10.08 13:08
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


/ Website (7.10.08 13:12)
das ist nunmal das nachspiel einer sucht

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung